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Wochenrückblick

Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / ein bisschen verzaubert waren wir schon. / Und warum auch nicht? / Sonnenfinsternis von Island bis zu den Balearen! / Und eine zarte Ahnung davon, / dass die Welt eine sein könnte. / Geeint in der Ehrfurcht vor der Natur. / Geeint im Wissen um die Kostbarkeit unseres Lebensraumes. / Geeint im Willen, diesen Lebensraum für kommende Generationen zu bewahren. / Geeint darin, Maß zu halten mit den Gütern des Lebens. //

Aber die zarte Ahnung wird verblassen. / Anderes tritt vor unsere Augen. / Die ungebremste Kriegslust des Kremls. / Immer noch. / Und ohne Ende. / Und wie beschämend für uns, / wie sehr das verdrängt wird / und Drohnen in unserem Luftraum kaum mehr als Empörung hervorrufen / und routinierte Krisen-Dramaturgie. //

Da sind die Opfer des Erdbebens in Kolumbien. / Menschen graben mit bloßen Händen nach den Verschütteten. / Und ab und zu geschieht ja auch ein Wunder. / Aber der Tod hält reiche Ernte. / Und wenn wir es auch dagegen wehren: / Die Hilflosigkeit von dort überträgt sich auch auf uns. //

Da ist die Dürre hier bei uns. Der Rhein ist kaum noch schiffbar. / Aber ein großes Feuerwerk wird dennoch entzündet. / Es ist wohl so: Wir amüsieren und zu Tode. / Koste es, was es wolle. / Und wer dagegensteht, wird nicht gewählt. //

Wessen sollen wir uns trösten, Herr? / Wir hoffen auf Dich! / Dass Deine Vorsehung es besser mit uns meint, / als wir das verdient haben. / Dass es Ausnahmen von der Regel des Sich-Wegduckens gibt. //

Dass die Wahrheit gesagt und nicht gescheut wird. / Dass Wirklichkeitssinn Mehrheiten findet. / Dass Männer und Frauen, / die Verantwortung tragen, / Ermutigung erfahren / und mit guten Ideen und ausreichend Geschick gesegnet werden. / Dass dem Eigensinn und dem Zerfall der Gesellschaft gewehrt wird / und die Menschen wieder zusammenrücken – / nicht nur an den Abenden, / an denen es eine Sonnenfinsternis zu bestaunen gibt, / sondern jeden Morgen neu in der Freude an Dir, / die unsere Stärke ist. // Amen.


Klaus Bröhenhorst