Wochenrückblick
Gott / Wir danken Dir, dass wir Zuflucht nehmen dürfen zum Gebet / und bringen vor Dich unsere Ratlosigkeit und unseren Kummer. / Wir flehen zu Dir. / Denn wir wissen: Du, Herr, hast selbst in Händen / die ganze weite Welt, / kannst Menschenherzen wenden, / wie dir es wohlgefällt. // Ja, Herzen zu wenden – wie notwendig! / Wir sind entsetzt über Besessenheiten und die große Macht der Lügengeister. / Und wir seufzen zu Dir. / Seufzen um der Elenden willen. / Um der Menschen in den Kriegsgebieten willen. / Der Verletzten, Verschleppten und Versklavten willen. / Aber wir wollen nicht nur Zuschauer des Bösen sein. / Darum seufzen wir und setzten unser Vertrauen darauf, / dass Du unser Seufzen hörst. //
Und gewiss: In unserer Welt voller Licht und Schatten freuen wir uns auch. / Wir freuen uns über junge Menschen, / die wir groß werden sehen. / Freuen uns über Kolleginnen und Kollegen, über Freunde und Partner, die uns guttun. / Freuen uns über manches Gelingen. / Manchen Geburtstag, den es zu feiern gilt. / In unserer dunklen Welt gibt es Lichtblicke. / Der Sonnenschein der letzten Tage war ein solcher Lichtblick. / Als allerletzter Gruß des Sommers tat er uns gut. / Und auch die Ergebnisse der Wahlen in Serbien und Brasilien sind Lichtblicke. / Und wir bitten Dich, dass auf das Aufatmen kein böses Erwachen folgt. //
Wechselnde Pfade / Schatten und Licht. / Vieles ist in uns. Auch Verzagtheit und Verwunderung. Dass unsere offene Gesellschaft ihren Feinden zu viel Raum lässt. Dass inzwischen „schick“ ist, was man im Mittelalter Aufruhr nannte. / Dass der Protest oft kein Maß kennt. / Dass in den Köpfen vieler immer nur „die anderen“ schuld sind. //
Und wir spüren auch, / dass das Wissen um Dich immer mehr abnimmt. / Dass das Wissen um Dich fast ganz zugedeckt ist, / so wie Halloween den Reformationstag fast ganz zudeckt. //
Hilf uns vorzuleben, was der Glaube an Dich uns schenkt: / Stärke und Geduld. / Demut und Trost. / Freispruch, / Neu-Anfangen-Dürfen und Hoffnung über den Tod hinaus. / Ach, es fällt uns so vieles ein, womit Du uns reich machst. //
So lass uns weiterhin das Glück der Lebenszeit / in Deiner Furcht genießen. / Und gib, dass viele das mit uns zusammen ebenso tun. // Amen.
Klaus Bröhenhorst