Gebet
Tagesaktuelles Gebet
22. Mai 2021
Was wollte ich tun diese Woche? Dem Ökumenischen Kirchentag nachspüren und seinen Früchten und Ansagen. / Für meine Gemeinde die Chancen ausloten für ihre Gottesdienste zu Pfingsten. Vielleicht doch alle an einem Ort zusammen, unter freiem, offenen Himmel? // Stattdessen immer weiter Haß und Zerstörung in Israel, Palästina, Gaza. Unglaubliche Provokationen, Hassausbrüche in den Städten. Vom Himmel Raketenhagel und schwere Bombenangriffe. Schrecken, Schutzlosigkeit, Angst und Tod. Ausbrüche von altem und neuem Israelhass bei uns. Dazu der lähmende Eindruck, dass mit alledem auch Politiker und Anführer ihre Klientel bedienen. // Gott Israels, Herr der Völker, Vater, Bruder, Trösterin. / Halte uns an der Seite derer, die der Hass trifft. / Gib ein schnelles Ende des Blutvergießens. Stärke, die Frieden suchen zwischen den beiden Völkern, die sich da bekämpfen. / Und gib einmal Frieden, der allen gerecht wird, Frieden, wie du ihn versprochen hast und wie nur du ihn geben kannst. Amen.
Stefan Maser, Hoerstgen
Nikolaus von Zinzendorf (1700-1760)
dein Sohn hat vor seinem Tod gebetet,
dass seine Jünger eins seien.
Deine Christenheit aber ist
zerstritten und zertrennt.
Darum rufen wir dich an:
Lass alle eins werden in ihm,
wie er eins ist mit dir,
damit wir der Welt die frohe Botschaft
glaubwürdig bezeugen.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus,
unsern Herrn. Amen.
RefLit
Du heiliger Geist, du heiliger Gott // Wir sehen den Glanz deiner Schöpfung und erleben dankbar die Schönheit der Natur – aber Entsetzen packt uns, wenn wir ihre Schattenseiten wahrnehmen: Erdbeben und Stürme und Dürre. / Wir bekennen unsere Mitschuld am Klimawandel und an Hungerkatastrophen, doch auch unsere Zweifel an deiner Fürsorge für alle Menschen.
Du heiliger Geist, du heiliger Gott // Wir hören von Jesu heilbringendem Leben für uns und seiner Überwindung des Todes – aber Entsetzen packt uns, wenn wir Tag für Tag erleben, dass die Macht des Bösen nicht gebrochen ist. / Wir bekennen unsere Mitschuld an ungerechten Verhältnissen und an lieblosem Verhalten, doch auch unsere Zweifel am Sieg deiner Liebe für alle Menschen.
Du heiliger Geist, du heiliger Gott // Wir versammeln uns in deiner Kirche, um Weisung und Trost zu erhalten / lass dein Reich bei uns lebendig werden / lass uns neu anfangen, daran mitzuwirken / lass uns unsere Zweifel akzeptieren, ohne die Hoffnung zu verlieren.
AMEN
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Barmherziger Gott, du kennst uns und weißt um unsere Schwächen und unsere Mutlosigkeit. Gib uns Kraft und deinen Geist, der uns zu mutigen Menschen macht. Schenke uns aber auch die Einsicht, dass wir nicht alles schaffen können.
Georg Rieger, Nürnberg
zu Psalm 27
Gott,
wir können nicht sagen:
wir fürchten uns nicht
und vor nichts kann uns grauen.
Mehr als alles andere
ist es das Chaos in unserer eigenen Seele,
das uns zu verschlingen droht.
Oft lagern sich düstere Gedanken
in uns wie ein Heer,
und in unseren Gefühlen herrscht Aufruhr.
Wir wissen manchmal nicht,
wohin mit uns selbst,
fühlen uns nutzlos und überflüssig.
Es ist, als halte ein böser Geist
uns gefangen
und aus eigener Kraft
kommen wir von ihm nicht los.
Gott, entwinde uns seinen Schlingen,
die uns abschnüren von allem,
was heiter und schön ist.
Vertreibe mit deinem Licht die Finsternis in uns,
und sei du uns die Quelle neuer Lebenskraft!
Sylvia Bukowski, Wuppertal
Oh God of invitation, / as we stand at the door, / as we ask the hard questions, / as we search you out, / may we sense you already at work / preparing a feast of answers, / drawing us over the threshold / and satisfying all our hungers. / Amen.
Diocese of Canterbury, Novena 2018, May 15, Mt 7,7-12
15. Mai 2021
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, / wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben. / Aber wie gar nichts sind auch die, die immerzu unsicher leben. / Wir selbst – wir sind dazwischen. / Hin- und hergeworfen. / Freuen uns, dass das Ende der Pandemie in Sicht ist. / Und sehen, wie das Feuer des Hasses um sich frisst – im Nahen Osten und auch / in unserem Land. / Freuen uns, dass inzwischen auch der letzte begriffen hat, dass wir nur im Einklang mit / der Natur eine Zukunft haben. / Und sehen, dass der Weg dahin scheitern wird, wenn nicht ein Wunder geschieht. / Freuen uns, dass im geeinten Europa schon so lange Frieden herrscht. / Und hören das Säbelrasseln jenseits der Grenzen. / Ja, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben. Wie unrealistisch. Wie weltfremd. / Und doch: wie tief zu verstehen in ihrer Sehnsucht nach einer Welt ohne Angst und einem / Zusammenleben in Gerechtigkeit und Frieden. / Wir sind hin – und hergeworfen. / Lass uns fest bleiben in Dir. / Dir vertrauen. / Dir alle und alles anbefehlen. / Und gib Deinen Segen - uns und denen, an die wir denken. / Amen.
Klaus Bröhenhorst, Hildesheim
Jürgen Kaiser, Berlin
im Himmel und auf Erden ist dir gegeben.
Darum bitten wir dich:
Entmachte die gottlosen Mächte,
die das Leben zerstören.
Erhalte uns in deinem Reich.
Gib uns deinen Heiligen Geist,
damit wir dich hören, dein Wort annehmen
und den rechten Glauben bewahren.
Lass uns für dich leben,
mit dir einst sterben
und durch deine Kraft aufgenommen werden
in das Reich deines Vaters,
mit dem du lebst und regierst in Ewigkeit. Amen.
RefLit
Selma Dorn, Jerusalem
Lieber Gott, Hund und Katze, Hahn und Huhn, die ganze Welt hast du erschaffen. Ich kann dich zwar nicht sehen, aber danken kann ich dir trotzdem. Claudine, Heisdorf (8 J.)
aus "Was Kinder von Gott erwarten", Autorin Regine Schindler, Verlag Kaufmann
Ich hab mich verlaufen HERR. überall Wände. Keine Türe zu erkennen. Nirgendwo ein Ausweg. Du bist der gute Hirte, führ mich zurück auf deine Wege. Nur auf deinen Wegen wird dein Segen liegen. Mach der Dürre ein Ende. Ich bitte um deinen Segen für mein Tun und Lassen, damit Frucht wächst, von der ich und meine Nächsten leben können. Amen
Gerhard von der Heyden, Ronsdorf
Prayer is the little implement / Through which men reach / Where presence is denied them. / They fling their speech // By means of it in God's ear; / If then He hear, / This sums the apparatus / Comprised in prayer.
Emily Dickinson, Prayer, vor 1886
8. Mai 2021
Lieber Gott, wir merken gerade, wie unangenehm es sein kann, in die Zielgerade einzulaufen. Große Anstrengung und Belastung liegen hinter uns. Jetzt ist es noch ein Stück, dann können wir wieder durchatmen – vielleicht sogar ohne Masken.
Die Ungeduld ist groß und wir können die Aufrufe zu Disziplin und Zurückhaltung nicht mehr hören. Und irgendwie liegen die Nerven blank. Es gibt immer neuen Streit, manche Meinungen werden noch radikaler.
Die guten Aussichten lösen gar nicht die Erwartung und Freude aus, die wir uns erhofft haben.
Kannst du uns da raushelfen, Gott? Wir wissen noch nicht einmal, was wir uns von dir erbitten sollen. Ist es Geduld, Verständnis, Gnade?
Wir wollen solidarisch miteinander sein, aber was ist solidarisch in dieser komischen Situation?
Wir wollen geduldig sein, aber was wird uns diese Geduld noch abfordern?
Wir wollen gnädig miteinander sein, verstehen aber manche unserer Mitmenschen einfach nicht mehr.
Lass uns deine Liebe spüren, Gott! Das ist die Quelle für alles, was wir brauchen. Erinnere uns jeden Tag, jede Stunde daran, wie nötig wir Gnade haben. Mach uns mutig, dass wir aus deiner Liebe leben, und gib uns Hoffnung, dass alles wieder mehr ins Gleichgewicht kommt. Amen.
Georg Rieger, Nürnberg
Jürgen Kaiser, Berlin
Gudrun Kuhn, Nürnberg
Meike Waechter, Berlin
Selma Dorn, Jerusalem
Karl Barth (1886-1968)
When dawn’s ribbon of glory around the world returns / and the earth emerges from sleep – // The shadow of the dove is seen / as she flies across moor and city. / Over the warm breast of the earth she skims, / her shadow falling on / the watcher in the tower, / the refugee in the ditch, / the weary soldier at the gate. / The shadow of peace / falls across the all-night sitting of a council, / across the tense negotiators / around a table. // The shadow of hope / is cast across the bars of a hostage cell / filling with momentary light / rooms tense with conflict, / bringing a brief respite, / a sliver of gold across the dark. // She flies untiring / across flooded fields, / across a city divided by hate and fear, / across a town wreathed in smoke. // The shadow of reconciliation, / the dove of peace / with healing in her wings, / is felt and seen and turned towards / as she makes righteousness shine / like the dawn, / the justice of her cause / like the noonday sun. // Holy Spirit of love, / bring healing, bring peace.
Kate Mcllhagga, The shadow of the dove, Iona Community 2004
1. Mai 2021
Ach, guter Gott!
Ich sah in dieser Woche am Himmel ein Herz aus Wolken.
Ich wurde froh und habe es mir gut eingeprägt
als leuchtenden Schatz für dunkle Stunden.
Doch dann höre ich von der Lage in Indien
und den Kindersoldaten im Jemen;
vom Flüchtlingselend im Mittelmeer,
den Gefangenen in Myanmar, Belarus und Russland
und den unwürdigen Abschiebungen von Geflüchteten;
und ich sehe um mich herum
zermürbende Existenzängste, Vereinsamung und Trauer
dazu wachsende Intoleranz und Gewalt.
Ich brauche – o Gott – Deine Hilfe,
dass mir das Herz nicht versteinert
in ohnmächtigem Schrei,
sondern in Vertrauen und Zuversicht
neu lebendig werden
und meiner Seele Trost,
meinen Gedanken Halt
meinen Händen Tatkraft
geben kann.
Und ich möchte Dir – ach, guter Gott – schon jetzt „danke“ sagen!
Weniger kann ich nicht erbitten.
Amen!
Simon Froben, Bayreuth
Jürgen Kaiser, Berlin
RefLit
Gudrun Kuhn, Nürnberg
