Aktuelle Termine




'Was bleibt? Zwanzig Jahre Sammlung St. Matthäus'
12. Februar - 8. Mai 2020
Grußwort zur Eröffnung der 50. Kabinettausstellung


Karfreitag: Fernsehgottesdienst aus der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin
10. April 2020 / 10 Uhr (rbb)
Mit Bischof Christian Stäblein, Pfarrerin Kathrin Oxen (Moderatorin des Reformierten Bundes)


ENTFÄLLT: Interreligiöses Gedenken in Ravensbrück
19. April 2020, Ravensbrück
Zum 75. Jahrestag der Befreiung des Frauenkonzentrationslagers


ENTFÄLLT: Pro und Contra: Bedingungsloses Grundeinkommen
24. April 2020, Cochem
EKiR: Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Trier - Aus der eranstaltungsreihe "Wirtschaft – für wen?" Veranstaltungsreihe "Wirtschaft – für wen?"


ENTFÄLLT: Klimagerechtigkeit, Armutsbekämpfung, Partnerschaft
25. April 2020, Gießen
Indien-Partnerschaftstag 2020


Kirchenmusikalische Fortbildung 2020
24.-26. April 2020, Nordhorn
ErK: Die Landeskirche lädt mit ihren Kirchenmusikern sowie Gastdozenten zu ihrer nächsten Fortbildung für ehrenamtliche Musiker*innen ein.


Begegnungsreise nach Minsk
20.-27. April 2020, Kirchenkreis Dortmund


Mut, Macht, Verantwortung.
29. April 2020, Karlsruhe
Ökumenisches Forum für Führungskräfte


ENTFÄLLT: Frauenseminar: Werte schätzen – Werte leben – Wertschätzen
8.-10. Mai 2020, Papenburg
Wochenendseminar der ErK


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Die Ethik von Zuspruch und Anspruch

Gott schenkt keine billige Gnade

©Foto: Andreas Olbrich

Mit Gottes Zuspruch in Jesus Christus geht einher sein Anspruch auf das ganze Leben eines Menschen. Das heißt konkret: Christen können nicht Gott und dem Mammon dienen, nicht Gott und Hitler.

Im Kontext des "Kirchenkampfes" im nationalsozialistischen Deutschland prägte Karl Barth die Reihenfolge von "Evangelium und Gesetz", Zuspruch und Anspruch Gottes. In dieser Auslegung des Wortes Gottes entsteht eine theologische Ethik, die nicht zulässt, dass das biblische Gebot an innerweltliche Gesetzlichkeiten (Max Weber) delegiert wird. Konkret bedeutete das eine klare Absage kirchlicherseits an die nationalsozialistische Weltanschauung mit ihrer Rassenlehre, mit ihrem totalitärem Verständnis von staatlicher Macht.

"Das strenge Evangelium und das gnädige Gesetz"
Die Grundlegung einer christlichen Ethik gegen die Bevormundung der Kirche durch den Staat formuliert die 2. These der Barmer Theologischen Erklärung von 1934:
"Durch Gott seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung. (1. Kor 1,30)
Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbarem Dienst an seinen Geschöpfen.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften."
Evangelium und Gesetz sind hier als "Zuspruch" und "Anspruch" ausgelegt, klassisch theologisch gesprochen als Rechtfertigung und Heiligung.

Strenges Evangelium und teure Gnade
"Streng" ist das Evangelium (Eberhard Busch) und "teuer" die Gnade (Dietrich Bonhoeffer). Das heißt: Das, was dem Menschen gut tut, ist streng vom Zeugnis der Heiligen Schrift bestimmt. Somit sind ganz streng genommen alle Sünden vergeben, auch die Vergehen, die nach menschlichem Ermessen nicht zu verzeihen sind.
Desweiteren ist das Evangelium streng und die Gnade teuer, darin, dass Jesus Christus Freiheit schenkt, aber damit keinen Menschen aus der Verantwortung entlässt. Gottesdienst in der Kirche feiern und auf der Straße völkisch-rassistische Parolen schreien, das ist falsch. Christen können nicht Gott und Hitler dienen.

Gnädiges Gesetz Gottes
Im Zusammensein von Zuspruch und Anspruch ist Gottes Gebot gute Weisung zum Leben. Der Gehorsam gegenüber Gottes Geboten erfolgt in Dankbarkeit, nicht als "trübe Pflichterfüllung". In der Nachfolge Jesu Christi ist sein Joch sanft und seine Last leicht (Matthäus 11,29f.).

 

Literatur

Eberhard Busch, Die Barmer Thesen 1934-2004, Göttingen 2004


Barbara Schenck
 

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