Aktuelle Termine
15.03.-1.11.2026, Johannes a Lasco Bibliothek (Emden)
Im Jahre 1526 kamen in der Oldersumer Kirche auf Einladung des Junkers Ulrich von Dornum (1465/6–1536) Vertreter der altgläubigen und der reformatorischen Lehre Ostfrieslands zusammen, um über damals strittige Glaubensinhalte zu sprechen. Die evangelischen Prediger, die aus den Kirchengemeinden rechts der Ems stammten, wie z. B. Johannes Stevens aus Norden, Georgius Aportanus aus Emden, Hinrich Arnoldi und Albert van Steenwick aus Oldersum sowie Lübbert Cantius aus Leer, disputierten mit den altgläubigen Priestern aus dem Rheiderland und dem Groninger Dominikanerprior Dr. Laurens Laurensen sowie dessen Mitstreiter.
Die Konsolidierung der eigenen Sicht stand dabei mehr im Vordergrund als ein gemeinsamer Erkenntnisgewinn, denn jede Seite proklamierte am Ende für sich den Sieg und veröffentlichte eine Darstellung des Gesprächsverlaufs aus der jeweils eigenen Perspektive. Noch im gleichen Jahr ließ Ulrich von Dornum in Wittenberg sein Protokoll drucken, das Dr. Laurens Laurensen, Wortführer von katholischer Seite, mit einer in Kampen erschienenen Gegendarstellung beantwortete. Während der niederländische Druck bald der Vergessenheit anheimfiel, gilt das Protokoll von protestantischer Seite als das erste gedruckte Zeugnis der ostfriesischen Reformation überhaupt.
Zu folgenden Terminen bietet die Bibliothek öffentliche Führungen durch die Ausstellung an:
- 19. April um 15:00 Uhr
- 17. Mai um 14:00 Uhr (internationaler Museumstag)
- 21. Juni um 15:00 Uhr
- 12. Juli um 15:00 Uhr
- 16. August um 15:00 Uhr
- 20. September um 15:00 Uhr
Jazzabend: 'Jeder Ton hat seine Zeit'
8. Juni 2023, 19-22 Uhr

Die dänische Sängerin Janne Mark komponiert jazzige Kirchenmusik und feiert in der Bronsonskirche mitten in Kopenhagen Jazzgottesdienste, die unter die Haut gehen. Sie verarbeitet in ihrer Musik jazzige Rhythmen mit den sehnsuchtsvollen Klängen skandinavischer Volkslieder. Seit 2000 singt Künstlerin in der Brorsonskirche in Kopenhagen. Mit ihrer Musik beschritt sie einem Weg zwischen dänischer Kirchenmusiktradition, Folk, Song und Jazz. Begleitet wird sie von ihrem Lebenspartner Esben Eyermann am Bass und Henrik Gunde Pedersen am Piano. In einem kurzen Interview (hier abgedruckt weiter unten) gibt Janne Einblick in ihre Motivation und ihr Verständnis von Musik in der Kirche.
Eine weitere Band, das Laura Detterbeck Quintett, hat sich neu formiert und sich ale eines der ersten Projekte vorgenommen, das Thema des Kirchentags zu interpretieren. Der Gesang von Laura besticht durch den warmen, gefühlvollen Klang. Ihre selbst geschriebenen Texte erzählen einfühlsam von alltäglichen Ängsten und menschlicher Verletzlichkeit, für die die Band sicheren Halt schenkt. Ohne sich in den Vordergrund zu drängen, unterstützt die Pianistin Anastasija Sanina ästhetisch-webend den Bandsound. Mit ihrem weichen, perkussiven, holzig-erdenden Klang am Bass festigt Natasha Zaychenko die musikalische Substanz des Quintetts. Der Gitarrist Thomas Fischer verleiht dem Gesamtsound die besondere Neo-Soul Note durch den selbstverständlichen Einsatz von Effekten. Seine expressiven Solo-Performances öffnen den musikalischen Horizont innerhalb der erzählten Geschichten. Matthis Wilting benutzt das Schlagzeug auf eine unaufdringliche, der Band dienlichen, Groove bezogenen Art und Weise und bietet somit den weiten Rahmen, in dem diese junge Formation im Jazz und Pop Kontext ihren eigenen Sound kreiert.
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Drei Fragen an Janne Mark:
Was verbindet für Sie Kirche und Jazz?
Musik und Kirche sind für mich das gleiche. In der Musik liegt für mich etwas Göttliches, mit einer direkten Verbindung zur Quelle der Schöpfung: Gott. Die grundlegende Verbindung zwischen Kirche und Musik in meinem täglichen Leben ist meine Arbeit als Sängerin und Komponistin zeitgenössischer meditativer Hymnen in der Brorsons Kirche in Kopenhagen, Dänemark.
Was bedeutet für Sie Improvisation?
Improvisation bedeutet, die Musik und die Musiker frei zu machen, um einen freien Fluss zu ermöglichen, in dem sich lebendige Ideen und Melodien entwickeln können. Durch Harmonien und Zusammenspiel in der Improvisation lassen sich Melodien erweitern. Inspirationen für das Neue können uns durch die Musik in neue Richtungen führen.
Improvisation und Zusammenspiel, wie passt das zusammen?
Manchmal kann die Improvisation sogar ein Zugehörigkeitsgefühl bewirken, ein Gefühl, zu Hause zu sein, vollkommen entspannt, ausgeglichen, in Einklang, gegenwärtig. Improvisation heißt, dem Hier und Jetzt zuzuhören und sich auf das zu beziehen, was war und was sein wird.










































